Erneuter Datenskandal im großen Maßevom 09.03.2010

Die Meldungen über Datenskandale in Deutschland reißen nicht mehr ab. Nun hat es die Veranstalter des Münster-Marathon getroffen.

Normalerweise erhält jeder Teilnehmer bei erfolgreicher Teilnahme am Münster-Marathon eine DVD mit einer Filmdokumentation sowie eine persönliche Urkunde inklusive Zeit- und Platzierungsangabe. Doch Anfang Dezember 2009 enthielt die DVD eine äußerst brisante Zugabe.

Der Veranstalter hatte nämlich nicht nur die Urkunde des jeweiligen Teilnehmers auf DVD gebrannt sondern direkt die gesamte Teilnehmerdatenbank des Veranstalters, in einer von jedem Benutzer zu öffnenden Datenbank-Datei, ohne Passwort- oder sonstigen Zugriffsschutz. Diese Datenbank enthielt neben der Trikotgröße unter anderem Geburtsdaten, Bankverbindungen, E-Mail Adressen, Nationalitäten und genaue Anschriften von über 3500 Sportlern.

Seltsamerweise wurde der Vorfall erst jetzt publik, obwohl bereits Mitte Dezember Teilnehmer diese Datensammlung aufgefallen war. Der Veranstalter vermied es auch die betroffenen Leute umgehend über den fahrlässigen Umgang mit Ihren Daten zu informieren. Stattdessen rief er zwei Monate später die erste DVD zurück, weil Sie angeblich Fehlfunktionen enthalte, und die Teilnehmer sollten schriftlich bestätigen, keine Kopien der DVD angefertigt zu haben.

Strafrechtlich wird das wohl keine Folgen für den Veranstalter haben, da hier von einem technisch organisatorischen Verstoß auszugehen ist und die Datenveröffentlichung nicht absichtlich gemacht wurde.